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oder etwas schmeichelhafter: Pusteblume

Im Mai allgegenwärtig, nicht bei allen beliebt, aber doch herrlich sonnig gelb.

Der Löwenzahn

Löwenzahnblüte

Ihn kennt jedes Kind. Der Gewöhnliche Löwenzahn ist sehr anpassungsfähig, er wächst fast in jeder Ritze. Auf gemähten Wiesen bleibt er klein und flach, gibt man ihm Raum, kann er auch gern über 50 cm hoch wachsen mit 30 cm Blättern. Die Biologie scheint mir kompliziert zu sein – jedenfalls verstehe ich den Artikel auf Wikipedia auf Anhieb nur zum Teil. Scheint gar nicht so einfach zu sein, die verschiedenen Löwenzähne (botanisch Taraxacum) auseinanderzuhalten.

Typisch sind die Rosetten aus gezackten, länglichen Blättern und die knallgelben Korbblüten auf dem langen, hohlen Stiel. In Wahrheit sind es viele kleine Blüten auf einem Blütenstand, eine sogenannte Scheinblüte. Für Bienen ist der Löwenzahn früh im Jahr eine gute Nahrungsquelle.Löwenzahn im Gras

Wenn man Blätter oder den Blütenstängel abreißt oder abschneidet, tritt ein michiger Saft aus. Der schmeckt leicht bitter und macht braune, klebrige Flecken – leider recht hartnäckige. Angeblich gehen sie frisch gut mit Gallseife wieder aus Textilien heraus.

So schön der Löwenzahn ist, so unbeliebt ist er in Ziergärten und insbesondere in Rasenflächen. Die Blattrosetten verdrängen alles um die Pflanze herum. Zudem ist der Löwenzahn gar nicht leicht zu entfernen – er streckt seine Pfahlwurzel bis zu zwei Meter in den Boden. Am leichtesten lässt er sich noch mit einem Messer ausstechen. dabei wird die Wurzel gekappt. Sorgen, dass man die Art ausrotten könnte, muss man sich wohl nicht machen. Aber eine große Vernichtungsaktion im Stephanusgarten wäre auch weder angebracht, noch erfolgversprechend. Wir sollten ihn da entfernen, wo etwas anderes Licht und Luft braucht. Und uns ansonsten entspannt darüber freuen.

Löwenzahn verbreitet sich über Flugsamen mit kleinen, haarigen Schirmchen. Die reifen Samen sitzen locker auf dem Boden des Blütenstandes, jeder Windstoß trägt sie davon. Sie davonzupusten ist immer wieder ein Spaß – daher auch die Bezeichnung Pusteblume.

Doch woher kommen die anderen Namen? Die oben genannten daher, dass der Löwenzahn als harntreibend gilt. Dennoch wird er gern gegessen – allerdings eher in kultivierter Form – als Salat, oder mit Speck-Sahnesauce. Er ist mit dem Chicorée verwand, schmeckt leicht bitter. Ein Stand auf dem Markt in der Grundstraße verkauft schön große Exemplare. Schmeckt gut, könnt Ihr gern mal probieren. Manchmal bekommt man ihn auch gebleicht, d. h. er wird ohne Licht gezogen, so dass die Blätter gelblich bleiben.


Die Wurzeln kann man rösten und als Zichorienersatz zu Ersatzkaffe verarbeiten, so man will. Klingt mir ein wenig seltsam, Ersatz für den Ersatz. Ich bleib erst mal beim regulären Kaffee.

Euer Henrik

Fotos: Henrik Zawischa