Spread the love

„No mow may“ lautet seit 2019 die Devise der britischen Naturschutzorganisation Plantlife.

Im Mai keinen Rasen zu mähen stärkt die Artenvielfalt, denn in diesem Monat sind besonders viele unserer geflügelten Freunde auf Nahrungssuche. Schmetterlinge, Wildbienen wie Hummeln und viele andere finden zu wenig blühende Nahrung für ihre Brut wenn die Rasenflächen steril kurz bleiben. Außerdem kommen viele Tiere jetzt erst aus den Winterquartieren.

Wer Frühlingsblüher wie z.B. Krokusse im Rasen hat, tut sich ebenfalls keinen Gefallen zu früh zu mähen. Das Zwiebelgrün muss erst absterben, damit die Blüher im nächsten Jahr kräftig wiederkommen.

Idealerweise mäht man tatsächlich nur noch zweimal im Jahr, das erste Mal wenn die Margeriten verblühen, also Juni/Juli. Der zweite Termin ist dann im Herbst. Über den Winter können viele Tiere im Langrasen und vertrockneten Blütenstengeln überwintern, quasi ein natürliches Insektenhotel. Wer das beherzigt, leistet einen wertvollen Beitrag zum Artenschutz. Gleichzeitig übt man sich im „lazy gardening“.

Foto: Katharina N./Pixabay

Schaut doch mal, welche Wildpflanzen bei euch im Boden schlummern und sich bei entsprechender Ruhe nach oben wagen und blühen. Was vermeintlich als Unkraut angesehen wird, ist Nahrungsquelle und Brutrevier für Kleinsttiere, die wiederum Nahrung für unsere Vogelwelt ist. Und wer weiß, welche Wildblumen-Schönheiten ihr entdecken könnt.

Kleine Braunelle, blau-violetter Lippenblütler

Kleine Braunelle (Foto: Hans/Pixabay)

Wem das zu unordentlich ist, kann zumindest einen Teilbereich stehen lassen oder kurze Wege in die Langwiese mähen. Tipp: Verwendet möglichst scharfe Messer und lasst ca. 10 cm stehen. Spindelmäher, Handsensen oder scharfe Rasenscheren sind ideale Werkzeuge, da sie nicht quetschen. Mähroboter schreddern nicht nur einen Großteil unserer Insekten, sondern können auch Kleintiere wie Igel schwer verletzen.

Im Stephanusgarten bleibt der Spindelmäher jedenfalls erst einmal in der Box.

 

Weitere Infos findet ihr hier:

Plantlife Naturschutzorganisation

Deutsche Gartenbau-Gesellschaft zu 1822

Titelfoto: congerdesign/Pixabay