Manchmal braucht es radikale Schnitte. Am Samstag haben wir den Pfeifenstrauch an der Lutterothstraße neben der Wildblumenfläche drastisch zurückgeschnitten.

Wie auf dem Bild zu sehen, war er ziemlich verschossen, hatte lange Triebe mit viel totem Holz und wenig Blättern, geschweige denn schönen Blüten. Ein Schattenspender, wo es den Schatten nicht braucht.

Die Art zu wachsen ist typisch für den Europäischen Pfeifenstrauch (Philadelphus coronarius), den viele auch als Falschen Jasmin kennen.

Immer wieder neue Triebe wachsen von unten, strecken sich lang herauf und biegen sich schließlich unter dem eigenen Gewicht zur Seite. Neue Triebe wachsen auch aus den Bögen, biegen diese weiter und neigen sich ebenfalls, so entsteht im Laufe der Zeit ein dunkler Tunnel.

Leider wächst nichts im Tunnel, es fehlt an Licht. Unser Exemplar hier hat sich zudem auf die andere Sträucher und die Hecke am Zaun zum Spielplatz gelegt und diese schon fast umgebracht. Zeit, etwas zu tun.

Pfeifensträucher vertragen einen Radikalschnitt, sie treiben von unten wieder aus. Im Prinzip könnte man sie 30 cm über dem Boden absägen. Wir sind etwas vorsichtiger vorgegangen und haben mit Astscheren und Sägen auf etwa Hüfthöhe eingekürzt. Nächstes Jahr werden wir sehen, wo wir noch nacharbeiten müssen.

Weil die Äste sehr dicht zusammen und unter Spannung standen, war der Schnitt eine arge Plackerei. Und dann musste ja auch noch alles zerkleinert und auf den Misthaufen geschafft werden.

Jetzt sieht es leider etwas kahl aus an der Stelle. Und nächstes Jahr wird es wahrscheinlich erst mal nur grün. Aber wir sind guter Hoffnung, dass uns der „Jasmin“ schon übernächstes Jahr mit seinen weißen, duftenden Blüten erfreuen wird.

Bis dahin werden wir den anderen Büschen auch noch ein wenig Form geben und dort, wo jetzt unerwartet viel Licht ist, vielleicht noch ein paar Stauden setzen oder Sommerblumen aussäen.
Natürlich waren wir auch sonst noch fleißig. Es wurde Laub geharkt, Rasen gemäht und sogar noch ein wenig gepflanzt. Eine kleine Schlehe, eine ebenso junge Wildbirne und eine Himbeere haben noch Plätze gefunden. Jetzt wird es langsam voll.
Wie immer für Wissbegierige: Europäischer Pfeifenstrauch bei Wikipedia