In diesem Sommer habe ich in unserem Viertel wenig Schmetterlinge gesehen, ein paar Weißlinge, das war es schon. Das mag an meiner mangelnden Aufmerksamkeit liegen oder am trockenen Sommer. Oder auch daran, dass die Raupen nichts zu fressen kriegen, weil ihre Futterpflanzen nicht wachsen.

Ich mag Schmetterlinge und fände es daher schön, wenn wir auch ihnen im Stephanusgarten und in der Umgebung ein Zuhause bieten könnten. Dazu müssen wir erst mal herausfinden, was für Bedingungen sie brauchen, insbesondere, was sie als Raupen fressen. In lockerer Folge will ich das mal für ein paar typische Arten zeigen.

Anfangen will ich mit dem Tagpfauenauge. Als Falter kennt ihr ihn sicher, typisch sind die augenartigen Flecken auf den orangen Flügeloberseiten. Die Flügelunterseiten sind zur Tarnung eher unauffällig grauschwarz marmoriert.

Schmetterlinge durchleben eine Metamorphose. Das heißt, sie beginnen als ein winziges Ei, dass ein Weibchen auf eine geeignete Pflanze ablegt. Aus diesem schlüpft eine Raupe, diese frisst sich genügend Gewicht an, hängt sich dann mit Hilfe von Spinnfäden mit dem Hinterteil an eine Pflanze und verpuppt sich.

Raupe eines Tagpfauenauges

By Andreas Eichler, CC BY-SA 4.0, Link

Die Puppen findet man an der Unterseite von Blättern hängend. Sie sind grünlich oder beige-bräunlich. Interessanterweise ist es nicht so, dass die Raupe diese Puppe um sich herum baut, die Raupe hängt erst ein paart Tage als Raupe, die Puppe entwickelt sich innen, die Raupenhaut wird abgeworfen. Der eigentliche Falter schlüpft nach einigen Wochen aus der Puppe, pumpt seine Flügel auf, trocknet ein wenig und fliegt los.

Tagpfauenaugen „fliegen“ zweimal im Jahr. Das heißt, es gibt zwei Generationen, eine im Frühjahr, eine im Sommer.

Puppe eines Tagpfauenauges

By Lilly MOwn work, CC BY 2.5, Link

Die Lieblingsspeise der Raupen sind gewöhnliche Große Brennnesseln (Urtica dioica). Gelegentlich fressen sie auch Hopfen, aber eher ungern. Um die schönen Falter zu uns zu bringen, sollten wir also Brennessel stehen lassen – weder als Unkraut raushacken, noch komplett als Salat selbst essen.

Und wir sollten Raupen nicht eklig finden, sondern als schöne Tiere mit großem Potenzial willkommen heißen.

Ebenfalls von Brennnessel leben übrigens die Raupen von Kleinen Füchsen, C-Faltern, Admiralen und einigen weiteren Tagfaltern, die daher gelegentlich auch zusammenfassend als Brennnesselfalter bezeichnet werden.

Ich glaube, mit der Brennnessel haben wir eine Pflanze mit einfachen Ansprüchen, das kriegen wir hin, oder?

Links

https://www.faltergarten.de/blog/ein-herz-fuer-brennnesselfalter.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Tagpfauenauge

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/schmetterlinge/tagfalter/04432.html

Sofern nicht am jeweiligen Bild anders ausgewiesen, alle Bilder von Henrik Zawischa