Bei schönstem Pflanzwetter (Regen) wurde heute unser Apfelbaum gesetzt. Nun haben wir einen Prinzen in unserem Garten, genauer gesagt den Finkenwerder Herbstprinz, auch ‚Finkenwerder Prinzenapfel‘ oder ‚Malus Hasenkopf‘ genannt.

Entdeckt hat den Finkenwerder Herbstprinz Carsten Benitt um 1880 auf der Elbinsel Finkenwerder, südlich von Hamburg. Der Bauer war von dem Zufallssämling auf dem Grund seines Nachbarn derart begeistert, dass er ihn in seinem Garten vermehrte. Von hier verbreitete sich die Apfelsorte über die ganze Region. Im Zuge der Sortenbereinigung nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie dann zur Umveredelung genutzt und zur Neupflanzung empfohlen. Ende der 1960er-Jahre gehörte der Finkenwerder Herbstprinz bereits zu den wichtigsten Wirtschaftsäpfeln des Alten Landes, eines der größten Obstanbaugebiete Europas (Quelle: Slow Food).

Der Apfelbaum wird gepflanztWenn der kleine Prinz im nächsten Jahr Bestäuber findet (Daumen drücken!) haben wir im Herbst hoffentlich unsere ersten Äpfel, die in genau einem Jahr ab Mitte Oktober geerntet werden können. Der Herbstprinz ist damit einer der sehr spät zu erntenden Äpfel.

Geschmacklich wird er mit einem harmonischen Zucker-Säure-Verhältnis und kräftig-würzigen Geschmack bei Slow Food beschrieben. Man kann ihn direkt essen oder als Koch- und Backapfel verwenden. Für Saft oder gar Apfelbrand müssten wir dann wohl eine Plantage anlegen.